Heutzutage muß man jeden politischen Zeitungsartikel doppelt und dreifach begutachten und selber recherchen betreiben, um sich ein stimmiges Bild von der Sachlage zu verschaffen.
So ging es mir gestern, als ich den Artikel in der WZ über vermeintliche Aussagen der Wuppertaler Landtagsabgeordneten der Partei Die_LINKE las: Wirbel um Wuppertaler Landtagsabgeordnete der Linken - Nun, wenn Frau Böth aufgrund bestimmter Aussagen sogar mit beruflichen Konsequenzen zu rechnen hat, scheinen es ja schlimme Aussagen zu sein. (Kriegstreiberei oder gar Ausländerhatz?) - Also schaue ich mir den Ursprung der Aussagen im Report-Bericht an. Den Bericht kann man in der ARD-Mediathek abrufen.
Hier der Bericht auf Youtube, zum direktanschauen:
Über den Filmschnitt, der offensichtlich wichtige Aussagen abschneidet, darüber, daß auch Politiker mittendrin auf falschem Fuß erwischt werden, und darüber, daß hier Archivmaterial zusammenhanglos reingeschnitten wird, um bloße Stimmung zu erzeugen, möchte ich mich gar nicht erst auslassen. - Ich habe kurz im Netz recherchiert, um weitere Kommentare zu dem Thema zu finden. Und dem geneigten Leser möchte ich diesen erschöpfenden Kommentar zu dem Report-Film nahe legen: “Nostalgisch und Linksextrem” von Report Mainz — ein Kommentar. - Nach durchsicht des Kommentars werden sie mir wohl zustimmen, daß es sich bei dem Report-Bericht um nichts anderes als unredliche Hetze handelt. - Ein Journalismus auf Abwegen über dessen Motivation man nur spekulieren kann.
Zur konkreten Aufklärung zitiere ich hier den entscheidenden Absatz aus dem Gründungsaufruf der “Sozialistische Linken” (PDF)
Allen ist klar, dass ein erneuter Anlauf einer sozialistischen Umgestaltung sich nicht am gescheiterten Modell der Sowjetunion und der DDR orientieren kann. Die DDR war ein legitimer Versuch, auf deutschem Boden eine Alternative zum Kapitalismus aufzubauen. Sie hat beachtliche Erfolge in der Herstellung sozialer Gerechtigkeit, im Bildungswesen und der Erwerbstätigkeit der Frauen erreicht. Auf der anderen Seite stehen jedoch auch die Unterdrückung von Opposition und der Mangel an Rechtsstaatlichkeit. Gescheitert ist die DDR letztlich an mangelnder Demokratie und ineffizienter Ökonomie.
Wer daraus der Abgeordneten Böth einen Strick drehen will, der soll das bitte tun, aber er muß auch gleichzeitig sein Hirn an der Garderobe abgeben.
Sehr spannend in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, daß viele Schüler von Frau Böth diese in den Kommentaren bei dem WZ-Artikel verteidigen und als gute Lehrerin loben.

