von Rainer Grassmuck
Wuppertal — was ist los? Taumelst seit Jahrzehnten unkontrolliert durch die Städtelandschaft des Bergischen Landes. Bekommst nichts mehr richtig auf die Reihe, deine Bevölkerung kehrt dir langsam aber stetig den Rücken.
So stirbst du.
Hast du dich wirklich aufgegeben?
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Installation 100 Jahre Wuppertal
Es gibt nichts zu Beschönigen, weder für die Gegenwart noch für die Zukunft. Projekte ohne Gesamtkonzept, Tropfen auf einen verdammt heißen Stein. Hier eine Aktion, da eine Idee — planloses Durcheinander ohne soziale und städtebauliche Strukturen.
Mit höchstdüsseldorfer Segen wird hochverschuldet das nächste Großprojekt angegangen. Der Umbau Döppersberg ist notwendig, keine Frage, aber zu diesem Zeitpunkt bestimmt nicht. Wem nutzt ein sauber gestaltetes innerstädtisches Portal, wenn einem ringsum Konzeptlosigkeit begegnet. Wuppertal, kannst du rechnen? 230 Millionen Euro soll der Umbau kosten, davon 130 Millionen Euro private Investitionen, die noch nicht vorhanden sind? Wer investiert diesen Betrag in eine Stadt, die zurzeit ein eklatantes Negativimage hat?
Du hast in den vergangenen 45 Jahren 70.000 Einwohner verloren. Darauf müsstest du mit kontrolliertem, qualitativ hochwertigem Rückbau reagieren um diese Tendenz zu stoppen. Lass uns dich lebenswerter gestalten, dass es wieder eine Freude ist, hier zu leben, hier leben zu wollen. 100 Millionen Euro öffentliche Gelder statt für den Umbau Döppersberg für eine nachhaltige Stadtgestaltung, für soziales Engagement. Stadtteilprojekte müssen die Stadt wieder zum Blühen bringen, die Schwebebahnstrecke muss attraktiv gestaltet werden. Du hast ein unerschöpfliches kulturelles Potential, nutze es.
Wuppertal steigt als Phoenix aus der Asche? Schwer vorstellbar, solange nicht kompetente Menschen sich dem Schicksal dieser Stadt bemächtigen und einen Weg für ein lebenswertes Wuppertal der Zukunft suchen und finden werden. Weg mit den düsteren Aussichten bei fortschreitender Konzeptlosigkeit, her mit den Wegbereitern für neue Ideen, und - nebenbei bemerkt - hochwertige Stadtgestaltung hat nichts mit Parteienideologie zu tun.
Wuppertal, du lohnst sich!
Rainer Grassmuck - Kunstfluss Wupper
Hallo Rainer, du hast mit jeder Zeile deines Statements den Nerv getroffen. So ist es !!
Leider ist die politische Realität - incl. Bell - so,daß keine Hoffnung auf Änderung besteht.
Ich bin selbst gebürtiger Wuppertaler und sehe den dramatischen Niedergang unserer Stadt (besonders an den Randbezirken),- ich habe wenig Hoffnung auf Besserung.
Alle Projekte mit Perspektive basieren auf privater Initiative , z.B. Trasse, Elba ,langer Tisch.
Unsere Stadtverwaltung und politische Vertretung vertreten nicht den Willen der Stadtbevölkerung !! Das sollte zumindest bei der nächsten Kommunalwahl Thema sein.
PS : WFW ist leider personel auch keine Alternative,obwohl Hr. Streuff als OB schon lustig ( evtl. auch konstruktiv) wäre.
Jo, danke Roland für Deinen Kommentar.
Ich weiß nicht, ob Rainer Grassmuck hier mitliest, er hat mir den Text per Mail geschickt mit der Aufforderung zur ‘Weiterverbreitung’ - was ich mit der Veröffentlichung hier getan habe.
Die Installation von Rainer in den ELBA-Hallen fand’ ich sehr gut und auch den Text oben sehr treffend.
Streuff als OB fände ich für diese Stadt genau richtig!1!
doch
Rainer liest mit
D A N K E
und Richtung Roland….nicht resignieren…wir können mit unserer Kreativität dran arbeiten…die Dinge, die du aufzählst, zeigen doch, dass etwas geht…je mehr private Initiative freigesetzt wird, um so schwerer wird es sein, Wuppertal nach alten Mustern zu verwalten…