Da hat der OB aber ein Faß aufgemacht: Öffentliche Plätze: Oberbürgermeister Peter Jung - „Wir haben diese Armut“.
Die Stadt will öffentliche Plätze für die Bevölkerung schaffen – aber nur ein ganz bestimmter Teil der Wuppertaler lässt sich dort nieder. Im Gegenteil: Nicht selten entsteht ein neuer Brennpunkt. Das ist nicht im Sinne des Erfinders; die WZ hat mit Oberbürgermeister Peter Jung über ein Thema gesprochen, das trotz seiner Brisanz in der Stadt wenig öffentlich diskutiert wird.
Der Artikel in der WZ spricht ein wichtiges Thema an und die Aussagen des CDU-Politikers finde ich sogar recht treffend.
Tja, die öffentlichen Plätze - während der Saison im Frühjahr/Sommer/Herbst kann ich schon ab 9 Uhr morgens das Säufer-Elend auf dem Otto-Böhne-Platz (zwangsweise) begutachten. Da ist nämlich die Ecke, die einer bestimmten Klientel gehört und denen es niemand streitig macht: Alle anderen machen einen weiten Bogen darum.
Richtig erschreckend finde ich allerdings andere Anblicke: Rentner, behinderte und andere Arme die die öffentlichen Mülleimer mitten in der belebten Stadt durchwühlen. Dazu extrem heruntergekommene versiffte Berber, die sich überhaupt nicht mehr selber helfen können. Viele Bettler. - Das alles hat in den letzten Jahren stark zugenommen.
Meiner Meinung nach ist das eine Folge verfehlter Politik, eine Folge von den Harz-IV-Gesetzen, die den Menschen die Hoffnung raubt. Eine Politik, die Menschen in die Armut treibt. - Es gibt in Deutschland schon lange nicht mehr genug Arbeit für alle, aber die Arbeitslosen, die nichts dafür können, werden verfolgt und durch Harzt-IV ihrer Menschwürde beraubt.
Unser soziales Netz ist durchlässig geworden, Solidarität wird zunehmend zu einem Fremdwort und auf die Ärmsten wird herumgeschlagen - die Stimmung artet regelrecht in Hetze aus. Ausgrenzung und Drangsalierung der Unterschicht hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. - Daß dabei immer mehr Menschen die Hoffnung verlieren und sich der (Alkohol-)Sucht zuwenden ist nur eine traurige Folge davon.
Was erwartet Ihr, soll anderes passieren, wenn der Primat der Ökonomie herrscht und die Gut-Verdienenden und Konzerne Steuergeschenke erhalten, aber ein Arbeitsloser mit demütigenden Hausbesuchen zu rechnen hat? - Die Wohlstandsschere in der Zweidrittelgesellschaft ist doch seit Jahren bekannt?
Unser OB hat recht, wenn er sagt, “dass dies ein deutsches und kein Wuppertaler Problem” sei. Aber gerade als Politiker einer Regierungspartei steht er besonders in der Verantwortung und muß sich die Verelendung weiter Bevölkerungsteile auf seine Fahnen schreiben lassen!